Einführung eines Jugend-, Familien- und Seniorenausschusses

Status: mit den Stimmen von Bürgermeister, CSU und FWG abgelehnt
Ansprechpartner: Thomas Voit

Die Stadträte Alexander Roll, Thomas Voit, Philipp Glaser und Christopher Preller beantragen zur Neukonstituierung des Baiersdorfer Stadtrats die Einrichtung eines neuen ständigen, beschließenden Ausschusses für Jugend, Familien und Senioren.

Hintergrund ist die demografische Entwicklung in Baiersdorf: Junge Menschen, Familien und Seniorinnen und Senioren stellen jeweils einen bedeutenden Anteil der Stadtbevölkerung und haben unterschiedliche Bedürfnisse, die künftig noch gezielter berücksichtigt werden sollen.

Der neue Ausschuss soll sich mit allen generationenbezogenen Themen befassen, die Jugendarbeit stärken, familienfreundliche Rahmenbedingungen fördern sowie die Teilhabe und Lebensqualität älterer Menschen verbessern. Dabei sollen der Jugendbeirat und der Seniorenbeirat mit Rede- und Antragsrecht eng eingebunden werden. Anliegen von Familien sollen insbesondere über den Familienstützpunkt in die Ausschussarbeit einfließen.

Mit dem Antrag wollen die Initiatoren die Interessen aller Generationen stärker in der Kommunalpolitik verankern, die Bürgerbeteiligung ausbauen und die politische Arbeit noch näher an den Bedürfnissen der Menschen in Baiersdorf ausrichten.

Der Antragstext im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
werte Kolleginnen und Kollegen,

aus dem Demographiebericht der Bertelsmann Stiftung zur Stadt Baiersdorf aus dem Jahr 2023 (abrufbar hier) geht hervor, dass sowohl der „Jugendquotient“ (unter 20-Jährige je 100 Pers. der AG 20-64) als auch der „Altenquotient“ (ab 65-Jährige je 100 Pers. der AG 20-64) unserer Kommune bei rund 32% liegen. Unter-18-Jährige und die Elternjahrgänge stellen je rund 17% der Bevölkerung, Über-65-Jährige gar 20%.

Die Gruppen der Jungen, Familien und Senioren stellen somit jeweils bedeutende Teile unserer Stadtgesellschaft dar und haben spezifische Bedürfnisse, Interessen und Herausforderungen. Während für junge Menschen insbesondere Beteiligung, Freizeitangebote und Perspektiven vor Ort entscheidend sind, benötigen Familien verlässliche Rahmenbedingungen und Unterstützung im Alltag. Gleichzeitig gewinnt die aktive Einbindung und Unterstützung von Seniorinnen und Senioren angesichts des demographischen Wandels zunehmend an Bedeutung.

Bereits in der vergangenen Amtsperiode wurde mit der Einrichtung eines Jugendausschusses ein wichtiger Schritt zur strukturierten Berücksichtigung jugendrelevanter Themen unternommen. Auch wenn dieser aus Kostengründen nicht fortgeführt werden konnte, hat sich die grundsätzliche Notwendigkeit eines solchen Gremiums weiterhin bestätigt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen bietet sich nun die Chance, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und breiter aufzustellen.

Um dies zu ermöglichen stellen wir – die unterzeichnenden Stadträtinnen und Stadträte – im Rahmen der Neukonstituierung des Stadtrats für die kommende Sitzungsperiode folgenden Antrag zur Geschäftsordnung: Die aktuelle Fassung der Geschäftsordnung legt die ständigen Ausschüsse fest. Diese sollen um einen zusätzlichen ständigen und beschließenden Ausschuss für Jugend, Familien und Senioren ergänzt werden.

Ziel dieses Ausschusses ist es, die Belange aller Generationen in Baiersdorf ganzheitlich zu stärken und auszubauen. Insbesondere sollen: • die Jugendarbeit weiterentwickelt und unterstützt, • familienfreundliche Strukturen gefördert und verbessert sowie • die Teilhabe und Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren gesichert und ausgebaut werden.

Das Gremium soll sich mit allen relevanten Angelegenheiten dieser Bevölkerungsgruppen sowie mit generationenübergreifenden Themen befassen und entsprechende Maßnahmen anstoßen.

Zusammengesetzt soll der Ausschuss aus dem Bürgermeister und acht Stadträtinnen und Stadträten sein – proportional nach den üblichen Berechnungsgrundlagen auf die Fraktionen verteilt. Die Arbeit des Ausschusses soll in engem Austausch mit bestehenden Beteiligungsstrukturen erfolgen. Hierzu zählen insbesondere der schon beschlossene und schnellstmöglich einzurichtende Jugendbeirat sowie der bestehende Seniorenbeirat, die im Ausschuss Rede- und Antragsrecht erhalten sollen. Für die Belange von Familien sollen Themen insbesondere über den bereits bestehenden Familienstützpunkt eingebracht werden, wodurch auch diese Zielgruppe kontinuierlich in die Ausschussarbeit eingebunden wird.

Durch die Beteiligung aller Altersgruppen wird Transparenz gefördert und ein offenes Rathaus gewährleistet. Gleichzeitig kann so ein direkterer Kontakt zur Bürgerschaft hergestellt und die kommunalpolitische Arbeit noch stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort ausgerichtet werden.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung und auf eine gute Zusammenarbeit!

Mit freundlichen Grüßen

Gez. Alexander Roll, Thomas Voit, Philipp Glaser & Christopher Preller