Kommunales Hitzeschutzkonzept mit Hitzeaktionsplan

Status: beantragt; Behandlung des Antrags am 01.10.
Ansprechpartner: Thomas Voit

Hitze ist längst kein Ausnahmefall mehr – auch nicht in Baiersdorf. Deshalb hat die SPD-Fraktion im Baiersdorfer Stadtrat einen Antrag für ein kommunales Hitzeschutzkonzept mit Hitzeaktionsplan eingebracht.

Das Ziel:

  • Schutz besonders gefährdeter Menschen wie Seniorinnen und Senioren, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen.
  • Bessere Vorbereitung auf Hitzewellen – mit klaren Zuständigkeiten und einem abgestimmten Maßnahmenplan.
  • Mehr Schatten, mehr Grün, Trinkwasserangebote und verständliche Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger.

Ein Hitzeschutzkonzept schafft die strategische Grundlage, um Baiersdorf langfristig an zunehmende Hitzeperioden anzupassen – etwa durch die Identifizierung besonders belasteter Bereiche und Maßnahmen wie mehr Stadtgrün, Schatten und Trinkwasserangebote. Darauf aufbauend legt ein Hitzeaktionsplan fest, wer bei akuten Hitzewellen welche Aufgaben übernimmt und wie Bürgerinnen und Bürger zeitnah und wirksam informiert und geschützt werden. So sorgen wir dafür, dass im Hitzefall in Baiersdorf schnell und effektiv geholfen wird.

Der Antrag im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Erner,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die SPD-Ratsfraktion stellt den folgenden Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Hitzeschutzkonzept inklusive Hitzeaktionsplan zu entwickeln und geeignete Fördermöglichkeiten für die schrittweise Umsetzung der resultierenden Maßnahmen zu prüfen. Bei der Erstellung werden bereits unternommene Schritte im Bereich Hitzeschutz, wie die Einrichtung von Refill-Stationen, einbezogen.

Begründung:

Der Klimawandel führt auch in Baiersdorf zu einer zunehmenden Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzeperioden. Die vergangenen Jahre und insbesondere auch der letzte Monat haben gezeigt, dass langanhaltend hohe Temperaturen nicht nur die Lebensqualität der Bevölkerung beeinträchtigen, sondern auch erhebliche gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Folgen verursachen können. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Personen mit Vorerkrankungen, Menschen mit Behinderungen sowie Personen, die im Freien arbeiten oder in dicht bebauten Gebieten leben.

Als Stadt Baiersdorf tragen wir eine besondere Verantwortung für den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen extremer Hitze. Ein kommunales Hitzeschutzkonzept schafft die Grundlage für ein systematisches und vorausschauendes Handeln. Es ermöglicht die Identifikation besonders belasteter Gebiete und vulnerabler Bevölkerungsgruppen sowie die Entwicklung zielgerichteter Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem die Schaffung und Sicherung von Schattenflächen, die Förderung von Stadtgrün und Entsiegelungsmaßnahmen, die Einrichtung von Trinkwasserangeboten im öffentlichen Raum, die Entwicklung von Warn- und Informationssystemen sowie die Anpassung kommunaler Einrichtungen wie der Grundschule und den Kindergärten.

Darüber hinaus unterstützt ein Hitzeschutzkonzept die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Gesundheitswesen, sozialen Einrichtungen, Rettungsdiensten und weiteren lokalen Akteuren. Es stärkt die kommunale Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Gesundheit, Lebensqualität und Daseinsvorsorge. Das bestehende Blackout-Konzept zeigt, dass eine gemeinsame Konzeption für den Ernstfall klare Zuständigkeiten und Anlaufmöglichkeiten sicherstellt und so einen wichtigen Beitrag zum Bevölkerungsschutz leistet.

Aus dem Hitzeschutzkonzept soll ein lokaler Hitzeaktionsplan hervorgehen, welcher ein konkretes, operatives Dokument (das "Wie") ist, das konkrete Abläufe und Zuständigkeiten im Akutfall festlegt. Um diesen auf die aktuellen Gegebenheiten jährlich zu prüfen, lädt die Stadt die oben genannten Akteure zu einem jährlichen Beratungstreffen im Frühjahr - bis spätestens März - ein, um zu prüfen, ob Adaptionen oder Verbesserungen für das Jahr eingeplant werden müssen.

Die Stadtverwaltung sorgt zudem dafür, dass die Informationen zum Hitzeschutz
1. rechtzeitig und wiederholend
2. sichtbar
für die Bürgerinnen und Bürger auffindbar sind.

Zu 1: Spätestens im Übergang zwischen Frühling und Frühsommer werden die Hitzeschutz-Information auf der Startseite der Gemeindewebseite sichtbar und dauerhaft platziert, bis die klimatischen Hitzebedingungen im Herbst abgeklungen sind. Zudem wird regelmäßig in diesen Zeitperiode über Pressemitteilungen in den örtlichen Zeitungen, auf die Webseite, über Social Media etc. auf das Thema hingewiesen und praktische Tipps gegeben.

Zu 2: Zudem wird auf städtischen Veranstaltungen wie der Bürgerversammlung und dem Krenmarkt Infomaterial zum Hitzeschutz ausgelegt und Beratungsangebote werden zur Verfügung gestellt. Dabei sorgt die Stadtverwaltung dafür, dass Multiplikatoren, wie die ortsansässigen Ärzte, die Kirchengemeinden, der Senioren- und der Energiebeirat, lokale Geschäfte wie die Apotheke, die Supermärkte und Discounter, das Familienzentrum des Landkreises, die Vereine und weitere örtliche Akteure sowie der Rettungsschutz ebenfalls mit diesem Material versorgt werden.

Vor der Hintergrund der steigenden klimatischen Herausforderungen ist die Erstellung eines kommunalen Hitzeschutzkonzepts mit Hitzeaktionsplan eine notwendige und zukunftsorientierte Investition in die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Voit Fraktionssprecher der SPD-Ratsfraktion