Seniorengerechtes Quartierskonzept für Baiersdorf

Status: beantragt, Behandlung des Antrags am 01.10.
Ansprechpartner: Matthias Götz

Die SPD-Ratsfraktion beantragt die Erstellung eines seniorengerechten Quartierskonzepts für Baiersdorf sowie die Beantragung entsprechender Fördermittel des Freistaats Bayern aus dem Programm „Selbstbestimmt Leben im Alter“ (SeLA).

Ziel des Konzepts ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Seniorinnen und Senioren möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Lebensumfeld wohnen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dazu sollen bestehende Angebote für ältere Menschen besser vernetzt, Versorgungslücken identifiziert und neue Unterstützungsstrukturen entwickelt werden. Das Konzept soll gemeinsam mit dem Seniorenbeirat, Vereinen, Kirchen, sozialen Einrichtungen, Pflege- und Gesundheitsdiensten sowie unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erarbeitet werden.

Nach Auffassung der SPD bietet ein seniorengerechtes Quartierskonzept nicht nur Vorteile für ältere Menschen. Maßnahmen wie barrierefreie Wege, wohnortnahe Begegnungsangebote, eine bessere Mobilität und die Stärkung nachbarschaftlicher Netzwerke erhöhen die Lebensqualität aller Generationen und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung in Baiersdorf.

Der Antrag im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Erner,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die SPD-Ratsfraktion stellt den folgenden Antrag:

  1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die Erstellung eines seniorengerechten Quartierskonzepts für die Stadt Baiersdorf vorzubereiten und die hierfür erforderlichen Schritte einzuleiten.
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Fördermittel des Freistaats Bayern nach der Förderrichtlinie „Selbstbestimmt Leben im Alter“ (SeLA), insbesondere im Förderbereich „Seniorengerechte Quartierskonzepte“, zu beantragen.
  3. Das Quartierskonzept soll unter Beteiligung des Seniorenbeirats, der örtlichen Vereine, Kirchen, sozialen Einrichtungen, Pflege- und Gesundheitsdienste sowie weiterer relevanter Akteure erarbeitet werden. Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen im Rahmen eines geeigneten Beteiligungsverfahrens in die Konzepterstellung einbezogen werden.
  4. Das erarbeitete Quartierskonzept ist dem Stadtrat zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Begründung:

Die Zahl älterer Menschen wird auch in Baiersdorf in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Damit wachsen die Anforderungen an eine wohnortnahe Versorgung, soziale Teilhabe und unterstützende Strukturen, die es Seniorinnen und Senioren ermöglichen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Lebensumfeld zu wohnen.

Baiersdorf verfügt bereits über zahlreiche Angebote für ältere Menschen. Dazu gehören die vielfältigen Aktivitäten des Seniorenbeirats, Angebote von Vereinen, Kirchen und sozialen Einrichtungen sowie der äußerst gut frequentierte Seniorenfahrdienst, der vom Seniorenbeirat mit großem ehrenamtlichem Engagement betrieben wird. Diese Angebote bestehen jedoch bislang weitgehend nebeneinander und sind weder in einem gemeinsamen Gesamtkonzept gebündelt noch durch eine zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle miteinander vernetzt.

Mit dem Familienstützpunkt verfügt Baiersdorf bereits über eine etablierte Einrichtung, in der familienbezogene Beratungs- und Unterstützungsangebote erfolgreich gebündelt und koordiniert werden. Dieses Modell zeigt, welchen Mehrwert eine zentrale Anlaufstelle für eine klar definierte Zielgruppe bieten kann. Ein seniorengerechtes Quartierskonzept bietet die Chance, die vorhandenen Angebote für ältere Menschen systematisch zu erfassen, besser zu vernetzen, Versorgungslücken zu identifizieren und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Die Förderrichtlinie „Selbstbestimmt Leben im Alter“ (SeLA) des Freistaats Bayern unterstützt Kommunen ausdrücklich bei der Entwicklung solcher Quartierskonzepte. Die Förderung eröffnet der Stadt Baiersdorf die Möglichkeit, ein zukunftsorientiertes Konzept mit professioneller Begleitung zu entwickeln und dabei erhebliche staatliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen.

Ein seniorengerechtes Quartierskonzept ist dabei weit mehr als ein Konzept für ältere Menschen. Es leistet einen wichtigen Beitrag zu einer generationengerechten Stadtentwicklung. Maßnahmen wie barrierefreie Wege und öffentliche Räume, wohnortnahe Begegnungsangebote, eine verbesserte Mobilität oder die Stärkung nachbarschaftlicher Netzwerke kommen ebenso Familien mit Kinderwagen, Menschen mit Behinderungen sowie vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen zugute. Die Entwicklung eines altersfreundlichen Quartiers erhöht damit die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Baiersdorf.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Voit Fraktionssprecher der SPD-Ratsfraktion